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EuropaNews Juni 2005 (Nr. 2)

zum download: EuropaNews_2_2005 (pdf)
JMD goes Europe
EuropaNews für die Jugendmigrationsdienste
- Juni 2005 (Nr. 02)-
Online-Ausgabe: http://www.jmd-forum.de
Inhalt
IMPRESSUM 
1. AKTUELLES: ENTWICKLUNGEN AUF EUROPÄISCHER EBENE 
1.1 Grünbuch der EU-Kommission zum demographischen Wandel 
1.2 Der Europäische Pakt für die Jugend gewinnt an Konturen 
2. FÖRDERPROGRAMME: INFORMATIONEN ZU AKTUELLEN PROJEKTAUSSCHREIBUNGEN 
2.1 INTI - Integration von MigrantInnen aus Drittstaaten 
2.2 Aktionsprogramm Leonardo da Vinci – Aufruf 2005/2006 
3. PRAXISPROJEKTE: BERICHTE ÜBER AUSGEWÄHLTE TRANSNATIONALE PROJEKTE 
3.1 Projektbeispiel unter dem INTI-Programm: "Bildungsjahr für Migranten" 
4. EUROPEAN PLAYER: 
4.1 Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit 
5. VERANSTALTUNGEN: HINWEISE UND BERICHTE 
6. INTERESSANTE VERÖFFENTLICHUNGEN
 
6.1 Mit der Toleranz gegenüber anderen Kulturen ist es nicht weit her 
6.2 Salto-Youth Booklet: Going International - Opportunities for all 
6.3 Managing Integration: The European Union´.s responsibilities towards immigrants 
7. EU:ABC 


Vorwort
Liebe Kolleginnen und Kollegen der Jugendmigrationsdienste,
‚Europa in der Krise’ so lautet die Feststellung nicht erst seit der gescheiterten EU-Ratssitzung letzte Woche in Brüssel aber auch nach der Ablehnung der Europäischen Verfassung in Frankreich und den Niederlanden. Jean-Claude Juncker (amtierender Ratspräsident) bedauert die derzeitige Situation und die Ablehnung der WählerInnen in Frankreich und den Niederlanden, da gerade die von ihnen verschmähte Verfassung einige der Defizite hätte beseitigen können, die den Menschen an Europa so missfällt.
Doch ‚Europa’ ist nicht an allem Schuld, sondern wird zu oft für Missstände und Versäumnisse auf nationaler Ebene verantwortlich gemacht. In der ablehnenden Haltung kommt jedoch auch die Sorge vieler BürgerInnen zum Ausdruck, dass der Schwerpunkt europäischer Politik in wirtschaftsnahen Bereichen liegt und dabei soziale Errungenschaften verspielt werden könnten.
Vor allem der Name des britischen Premiers Tony Blair steht heute für ein marktorientiertes Europa, welches in Zukunft schneller, besser und mobiler sein soll, als alle anderen auf der Welt.
Aus Sicht der Jugendsozialarbeit unterstützen wir jedoch eine politische Vision von Europa, in der auch Solidarität und Sicherheit ihren festen Platz haben – und wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer online-Ausgabe festellte (19.6.2005) – „eine solche Vision wird die Menschen für Europa begeistern“. Dazu wollen wir mit den EuropaNews einen Beitrag leisten und alle AkteurInnen im sozialen Sektor ermutigen, sich intensiv mit dem Thema „Europa“ auseinander zu setzen, um „sozialen Einfluss“ auf die Entwicklung in Europa zu nehmen. Wir informieren deshalb mit den EuropaNews über aktuelle Entwicklungen auf europäischer Ebene, über Förderprogramme,  ausgewählte Praxisprojekte, AkteurInnen sowie Netzwerke aus anderen europäischen Ländern, Veranstaltungshinweise, Veröffentlichungen und EU-Begrifflichkeiten.
Gerade die Jugendsozialarbeit muss sicherstellen, dass junge Menschen, die in Deutschland sozial benachteiligt werden, durch EU-Politiken und Nicht-Teilnahme an EU-Programmen keine weiteren Benachteiligungen erfahren. Insbesondere die Jugendmigrationsdienste können mit ihren Erfahrungen in der Arbeit mit zugewanderten jungen Menschen und ihren Integrationserfahrungen in die Mehrheitsgesellschaft einen wichtigen Beitrag nicht nur für die jungen Menschen, sondern auch für die sich verändernden Gesellschaften in Deutschland und Europa leisten.
Abschließend sei bemerkt, dass trotz aller Diskussion der letzten Tage ein sofortiger Kollaps der EU nicht zu befürchten ist, da ja der jetzige Haushalt noch bis Ende 2006 läuft. Es gibt also noch Spielraum, einen Kompromiss zu finden.
Eine interessante Lektüre mit vielen neuen Anregungen wünscht Ihnen und Euch
Michael Fähndrich                               Walter Weissgärber
Geschäftsführer                                  Referatsleiter Migration
Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V.

 
Inhalt
IMPRESSUM 
1. AKTUELLES: ENTWICKLUNGEN AUF EUROPÄISCHER EBENE 
1.1 Grünbuch der EU-Kommission zum demographischen Wandel 
1.2 Der Europäische Pakt für die Jugend gewinnt an Konturen 
2. FÖRDERPROGRAMME: INFORMATIONEN ZU AKTUELLEN PROJEKTAUSSCHREIBUNGEN 
2.1 INTI - Integration von MigrantInnen aus Drittstaaten 
2.2 Aktionsprogramm Leonardo da Vinci – Aufruf 2005/2006 
3. PRAXISPROJEKTE: BERICHTE ÜBER AUSGEWÄHLTE TRANSNATIONALE PROJEKTE 
3.1 Projektbeispiel unter dem INTI-Programm: "Bildungsjahr für Migranten" 
4. EUROPEAN PLAYER: 
4.1 Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit 
5. VERANSTALTUNGEN: HINWEISE UND BERICHTE 
6. INTERESSANTE VERÖFFENTLICHUNGEN 
6.1 Mit der Toleranz gegenüber anderen Kulturen ist es nicht weit her 
6.2 Salto-Youth Booklet: Going International - Opportunities for all 
6.3 Managing Integration: The European Union´.s responsibilities towards immigrants 
7. EU:ABC 
Impressum
Herausgeberin
Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V.
Referat Migration
Wagenburgstr. 26-28, 70184 Stuttgart
Tel: 0711- 16489 -10, Fax: 0711- 16489 -21
hermann@bagejsa.de
in Zusammenarbeit mit
   Youth and European Social Work - Y.E.S. FORUM
    Netzwerk für Jugendsozialarbeit in Europa
    http://www.yes-forum.org
 
Die EuropaNews für die Jugendmigrationsdienste werden gefördert durch das BMFSF (Referat 505 – Integration)
 

1. Aktuelles: Entwicklungen auf europäischer Ebene
1.1 Grünbuch der EU-Kommission zum demographischen Wandel

Die Europäische Union steht vor einem beispiellosen demographischen Wandel, der sich massiv auf die gesamte Gesellschaft auswirken wird. Die Menschen werden älter und bleiben länger gesund. Die Zahl der Menschen über 80 wird bis zum Jahr 2050 um 180 % anwachsen. Auf der anderen Seite bekommen die Europäer immer weniger Kinder. Ab 2025 wird die Bevölkerung der EU schrumpfen. In einem Drittel der EU-Regionen nimmt die Bevölkerung bereits seit Ende der 90er Jahre ab. Noch nie hat es in Europa Wirtschaftswachstum ohne Bevölkerungswachstum gegeben.
Viele der angesprochenen Probleme fallen in die Verantwortung der Mitgliedsstaaten, dennoch betreffen sie die EU insgesamt. Die Kommission möchte mit dem Grünbuch vom 16. März 2005 eine Debatte darüber anstoßen, wie man den Herausforderungen begegnen kann und welche Rolle die Union dabei haben sollte. So geht es um die Frage der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie aber besonders auch darum wie Immigration in die EU geregelt werden soll.
Die Kommission wird zu diesem Zweck am 11. Juli 2005 eine Konferenz in Brüssel organisieren, bei der Experten, hochrangige "policy-makers" und Vertreter von NGOs die Schritte, die aus dem Grünbuch folgen, diskutieren werden. Bis zum 1. September 2005 können Stellungnahmen im Rahmen eines Konsultationsprozesses zu den im Grünbuch aufgeworfenen Fragen online eingereicht werden (unter http://europa.eu.int/yourvoice/consultations/index_de.htm).
Das Dokument "Angesichts des demografischen Wandels - eine neue Solidarität zwischen den Generationen" finden Sie unter
http://europa.eu.int/comm/employment_social/social_situation/green_paper_de.html
Einschätzung
Aufgrund der demographischen Entwicklung ist auch die Entwicklung einer gemeinsamen Migrationspolitik forciert worden, da man auf die Einwandergung von Drittstaatsangehörigen angewiesen sein wird. Wie bereits in der Mai-Ausgabe berichtet, hat dazu die EU-Kommission im Januar diesen Jahres ein Grünbuch vorgelegt. Die Evang. Kirche Deutschlands beispielsweise weist auf die Notwendigkeit eines Gesamtkonzeptes hin, das Wirtschaftsmigration, aber auch die Aufnahme aus humanitären Gründen und die Integration bereits zugewanderter Menschen umfasst. Migrationspolitik soll gestalten, indem sie z.B. Familiennachzug regelt oder die Rechtstellung von Flüchtlingen verbessert. Das EU-Programm „Solidarität und Management von Flüchtlingsströmen“ kann eventuell als Versuch bezeichnet werden, diese verschiedenen Aspekte zu integrieren. Ziele des Programms von 2007-2013 mit einem Budget von voraussichtlich knapp EUR 6 Mrd. werden zwar überwiegend Bereiche wie die Eindämmung irregulärer Einwanderung
gefördert, doch stehen auch mehr als EUR 1,5 Mrd. des Etats für eine „verbesserte Integration und zur Vermeidung von negativen Effekten auf die Gesellschaft“ zur vVerfügung. Dieses Programm sollte im Interesse der JMD-Zielgruppe genau analysiert und beobachtet werden, auch um etwaige Ausschreibungen ggf. in eigene Projektplanungen mit einzubeziehen.
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1.2 Der Europäische Pakt für die Jugend gewinnt an Konturen

Die EU-Kommission legte Ende Mai 2005 eine Mitteilung vor, wie die Umsetzung des Europäischen Paktes für die Jugend als Beitrag zur erneuerten Lissabon-Strategie aussehen könnte. Nachdem die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten auf ihrem Gipfeltreffen am 22./23. März 2005 den Europäischen Pakt für die Jugend verabschiedet hatten, liefert die Kommission nun in ihrer Mitteilung Vorschläge zur Umsetzung.
Dazu sollen im Rahmen der neu ausgerichteten Lissabon-Strategie die Mitgliedstaaten bis Herbst 2005 „nationale Reformprogramme“ ausarbeiten. Hierbei geht es um die Planung von jugendrelevanten Aktionen, um die Ziele eines stärkeren Wachstums und einer höheren Beschäftigung zu erreichen. Zugleich werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, junge Menschen einzubeziehen. Dies betrifft die Entwicklung von Maßnahmen für den Pakt und die Verfolgung seiner Umsetzung. Die Kommission kündigt außerdem an, das begleitende Verfahren zur Konsultierung Jugendlicher auf europäischer Ebene einzuleiten. Es beginnt mit einer Befragung über das Internet in diesem Sommer und erreicht seinen Höhepunkt bei einer geplanten "Generalversammlung" der Jugend „Etats Généraux – Youth takes the floor“ Ende 2005. Dabei sollen junge Menschen, Kommissare, Mitglieder des Europäischen Parlaments und sonstige politische Entscheidungsträger zusammenkommen.
Online unter
http://europa.eu.int/comm/youth/whitepaper/post-launch/com_206_de.pdf
Einschätzung
Neben einer ressortbezogenen europäischen Migrationspolitik muss es auch Querschnittsaufgabe europäischer Jugendpolitik sein, junge zugewanderte Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Dieses Ziel hat mit dem „Pakt für die Jugend“ als eines der Instrumente der erneuerten Lissabon-Strategie kürzlich Aufschwung erfahren, der die “Bildung und Mobilität, die berufliche und soziale Eingliederung der Jugend in Europa“ verbessern möchte. „Insbesondere soll die Integration sozial benachteiligter Jugendlicher (im Sinne von Jugendsozialarbeit somit auch die Gruppe der zugewanderten jungen Menschen) in die Gesellschaft Vorrang haben.“ Ob diese Initiative tatsächlich praktische Konsequenzen mit sich bringen wird, muss kritisch begleitet werden. Es ist jedoch als Erfolg zu werten, dass in der erneuerten Lissabon-Strategie explizit Jugendliche im allgemeinen und speziell Jugendliche, die sozial benachteiligt werden, als Zielgruppe Erwähnung finden.
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2. Förderprogramme: Informationen zu aktuellen Projektausschreibungen

2.1 INTI - Integration von MigrantInnen aus Drittstaaten

INTI ist ein Finanzierungsprogramm der Europäischen Union für vorbereitende Maßnahmen zur Förderung der Integration von Personen in den Mitgliedstaaten, die keine EU-BürgerInnen sind. Förderfähige Maßnahmen und Schwerpunktthemen; im Rahmen der aktuellen Ausschreibung sind die Aktionsbereiche A. Unterstützung von Netzen sowie Austausch von Informationen und bewährten Praktiken, B. Information und Dialog, C. Verbesserung der Kenntnisse bezüglich der Integrationsproblematik und D. - Förderung innovativer Projekte relevant.
Aktionsbereich A ist für das Jahr 2005 prioritär:
· Unterstützung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Behörden, Privatunternehmen und Vertretern der Zivilgesellschaft, einschließlich Migrantenverbänden, auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene durch Aufbau transnationaler Netze oder Partnerschaften zwischen den AkteurInnen aller Ebenen zur Schaffung von Dialogplattformen.
· Förderung grenzüberschreitender Maßnahmen unter Beteiligung einer Reihe von AkteurInnen zur Weitergabe von Informationen, Erfahrungen und bewährten Praktiken für die Integration von Einwanderern.
Einschätzung: INTI ist ein konkretes Förderprogramm, welches durchaus für die Jugendmigrationsdienste
relevant sein könnte. Schwerpunkt für die neue Ausschreibung 2005 ist die  "Unterstützung von Netzen sowie Austausch von Informationen und bewährten Praktiken".
Die Pilotprojekte sollten unbedingt neue und innovative Wege für die Integration von Drittstaatsangehörigen aufweisen. Außerdem sollte die Beteiligung und das Empowerment von MigrantInnen an den Pilotprojekten unbedingt sichergestellt werden. Die Kommission legt sehr viel Wert auf die Aspekt ‚Innovation’ und ‚Empowerment’ – die Projektvorschläge können gerne experimentell sein – neue Ideen und Methoden sind gefragt (insbesondere da unter INTI viele Projektideen eingereicht wurden, die unter anderen Förderprogrammen nicht angenommen wurden).
Im Vordergrund dieser Runde steht die Netzwerkbildung und die Stärkung von Kooperationen, um den Dialog mit Migrantenorganisationen zu stärken sowie Vorurteile abzubauen, Ignoranz und Intoleranz zu unterbinden und auch um religiösem Extremismus entgegenzuwirken. Diesmal können sich die Projekte nur auf eine Maßnahme beziehen.
Der Vermeidung von formalen Fehlern sei größte Aufmerksamkeit gewidmet  - an vielen Stellen in den Ausschreibungsunterlagen gibt es Hinweise auf die korrekte formale Vorbereitung.
Formale Fehler führen zum Ausschluß des Projekts vom Antragsverfahren, ohne daß der Projektinhalt weiter geprüft wird.
Die maximale Fördersumme wurde auf  900 000 Euro pro Projekt angehoben, was deutlich die Intention der Kommission zum Ausdruck bringt, großangelegte vernetzte Projekte zu fördern.
Die Internetseiten der Europäischen Kommission zum Programm INTI sind verfügbar unter:
http://europa.eu.int/comm/justice_home/funding/inti/wai/funding_inti_de.htm
http://europa.eu.int/comm/justice_home/funding/inti/docs/call_proposals_2005_de.pdf
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2.2 Aktionsprogramm Leonardo da Vinci – Aufruf 2005/2006

Das Programm Leonardo da Vinci trägt zur Umsetzung einer Berufsbildungspolitik der Gemeinschaft bei, welche die Maßnahmen der Mitgliedstaaten unterstützt und ergänzt. Ziel ist die Förderung neuer praxisorientierter Konzepte in der Berufsbildungspolitik.
Der vorliegende Aufruf betrifft die folgenden Gemeinschaftsmaßnahmen:
Mobilität, Pilotprojekte (PP) einschließlich Thematische Aktionen (TH), Sprachenkompetenz (LA), Transnationale Netze (NT) und Referenzmaterial (RF).
Folgende Themen sind prioritär im aktuellen Aufruf:
· “Förderung der Transparenz von Qualifikationen”, ein Thema, das einen unmittelbaren Beitrag zu der ersten strategischen Priorität leistet (… Arbeitsmarkt);
· “Förderung der Qualität der Systeme und Praktiken der beruflichen Bildung”;
· “Entwicklung von relevanten und innovativen Inhalten für das e-Learning” und “Weiterbildung für Lehrkräfte und Ausbilder”, Themen, die zur Umsetzung der zweiten strategischen Priorität beitragen (… Systeme);
· “Anrechnung von Ausbildungsleistungen in der beruflichen Bildung” und “Validierung nicht formaler und informeller Lernprozesse”, Themen, die einerseits zu der Transformation und Anpassung der Systeme beitragen und dabei gleichzeitig die Schaffung eines europäischen Arbeitsmarkts fördern.
Der dritte und letzte Aufruf zur Einreichung von Projektanträgen hat eine  Geltungsdauer von zwei Jahren (2005-2006). Einreichfrist: 30.09.2005; Aktion Mobilität: 10.02.2006
Einschätzung:
Leonardo da Vinci ist seit jeher eng mit den wichtigen politischen europäischen Entwicklungen im Bereich der Berufsbildung verknüpft, bei denen eine europäische Zusammenarbeit sowie gemeinsame Lösungen erforderlich sind. Diese europäische Dimension der beruflichen Bildung soll durch die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit verstärkt werden, zum Beispiel durch die Förderung einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen und der Beurteilung durch Peer-Groups.
Leonardo soll vor allem als Hauptinstrument für die Umsetzung einer europäischen Politik für die Berufsbildung zu dienen – Projekte sollten daher eine experimentelle und innovative Prägung haben, und sie sollten eine reiche Vielfalt an Ansätzen und Lösungen entwickeln – es ist daher sehr wichtig, sich vorher ausführlich nicht nur mit den politischen Prioritäten und Zusammenhängen vertraut zu machen, sondern auch die bisherigen Projektergebnisse sorgfältig zu recherchieren.
Es empfiehlt sich, von Anfang an den Kontakt zur Nationalen Agentur zu suchen und sich zum Projektvorschlag beraten zu lassen.
Die “Valorisierung” (d. h. die Verbreitung und Nutzung innovativer Projektergebnisse) ist im Rahmen dieses Aufrufs von besonderer Wichtigkeit.
Die Ausschreibung ist erhältlich unter http://europa.eu.int/comm/education/programmes/leonardo/new/leonardo2/call/call2005_de.pdf.
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3. Praxisprojekte: Berichte über ausgewählte transnationale Projekte

3.1 Projektbeispiel unter dem INTI-Programm: "Bildungsjahr für Migranten"

Der Verein für Bildung und Kultur Frankfurt KUBI e.V. macht im Rahmen des INTI Projektes in ausgewählten Kreisen und Städten des Rhein - Main - Gebietes und im südhessischen Raum Elterntreffen sowie Veranstaltungen mit Schulen, um den Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an weiterführenden Schulen und in der Berufsausbildung im Einzugsgebiet zu erhöhen sowie entsprechend die Quote der Schulabgänger ohne Schulabschluss zu verringern. Dabei wendet sich das Projekt in Elternveranstaltungen an die Migrantengruppen türkischer und marokkanischer Herkunft. In Abendveranstaltungen oder Tagesveranstaltungen werden Eltern an ihnen vertrauten Orten über die wichtigsten Aspekte des Bildungssystems informiert und zur aktiven Teilhabe am Bildungserwerb ihrer Kinder motiviert. Zugleich werden sie mit den hiesigen kulturellen, politischen und sozialen Besonderheiten, einschließlich des Staatsbürgerschaftsrechtes und der grundlegenden europäischen Werte vertraut gemacht.
Die wesentlichen Themengebiete sind:
a) Bildungsaufgaben und Chancen durch den Kindergarten (Spielerisches Lernen, vorschulischer Spracherwerb, Training von Sozialverhalten)
b) Das dreigliedrige Schulsystem und Möglichkeiten der Gesamtschule
c) Die duale Berufsausbildung in Deutschland
d) Darstellung der Vielzahl von Ausbildungsberufen und ihre Zugangsvoraussetzungen
e) Staatsbürgerschaft und ihr Erwerb
f) Erziehungsmodelle im Vergleich und Wertesysteme
g) Kommunikation zwischen Eltern und Kindern
h) Kommunikation zwischen Eltern und Institutionen
i) Die Idee der EU
j) Themenabende zu spezifischen Bildungsaspekten
Im Rahmen des Projektes werden aber auch Trainingseinheiten für potenzielle MultiplikatorInnen durchgeführt. Zielgruppen sind Verantwortliche der verschiedenen Vereine, Ausländerbeiräte, ausgebildete Pädagogen mit entsprechendem Migrationshintergrund und Sprachkenntnissen, aber auch interessierte Migrantinnen und Migranten aus Stadtteilarbeitskreisen oder religiösen Zentren.
Drittes Element des Projektes ist die Durchführung von Veranstaltungen für Lehrkräfte im Schul- und Kindergartenbereich vor Ort mit folgenden Themenschwerpunkten:
· Familienstrukturen und Erziehungsvorstellungen
o Einfluss der Migration auf die Erziehung
o Wertesystem im Wandel der Migration
o Erziehungsmodelle im Vergleich
· Rolle des Islam im Schulalltag
o Religion und Tradition
o Wahrnehmung unterschiedlicher Religionen
· Handlungsmöglichkeiten für gelungene Elternarbeit
o Interkulturelle Sensibilisierung
o Erwartungen an die Eltern und Institutionen
o Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten
Die nationalen und transnationalen KooperationspartnerInnen des Projektes:
· Verein für Kultur und Bildung, KUBI e.V. (Projektkoordinator)
· Hessisches Kultusministerium
· Kreis Groß-Gerau
· Stadt Raunheim
· STOC - Stiching Turks Onderwijs Centrum
Holland / Amsterdam
· EATA - European Association of Turkisch Academics Belgien / Brüssel
kubiverein@kubi.info
http://wwww.kubi.info

4. European Player:

AkteurInnen und Netzwerke aus anderen europäischen Ländern und auf europäischer Ebene
4.1 Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit 
http://eumc.eu.int
Die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) wurde 1997 auf Grundlage der Verordnung des Rates 1035/97 (EC) gegründet. Es hat seinen Sitz in Wien und ist eine Agentur der Europäischen Union.
Das vorrangige Ziel der EUMC besteht darin, der Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten objektive, verlässliche und vergleichbare Informationen auf europäischer Ebene über Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus vorzulegen, um sie dabei zu unterstützen, Maßnahmen zu ergreifen bzw. Vorgehensweisen festzulegen. Ferner untersucht die EUMC das Ausmaß und die Entwicklung rassistischer, fremdenfeindlicher und antisemitischer Phänomene und Erscheinungsformen, analysiert ihre Gründe, Folgen und Auswirkungen und präsentiert Beispiele bewährter Praktiken beim Umgang mit diesen Erscheinungen. Schließlich formuliert die EUMC Gutachten und Schlussfolgerungen für die Gemeinschaft und ihre Mitgliedstaaten.
Im Dezember 2003 entschieden die Regierungen der Mitgliedsstaaten das Mandat des EUMC hin zu einer Menschenrechtsagentur zu erweitern.
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5. Veranstaltungen: Hinweise und Berichte
5.1 Ein Weißbuch und ein Pakt für die Jugend – Neuer Schwung in Deutschland? Forum zu Perspektiven Europäischer Jugendpolitik, 27./28. September 2005, Bonn
Eine gemeinsame Veranstaltung von JUGEND für Europa – Deutsche Agentur JUGEND (JfE) und der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ)
Das Weißbuch „Neuer Schwung für die Jugend Europas“ hat in den vergangenen drei Jahren einiges bewegt. Es hat der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa nicht nur neuen Schwung verliehen, sondern sie auch auf eine neue Grundlage gestellt. Gemeinsame thematische Schwerpunkte und Ziele wurden formuliert und neue Verfahren für die jugendpolitische Zusammenarbeit angestoßen.
Aber hat dies auch Konsequenzen für die Jugendarbeit und Jugendpolitik in Deutschland gehabt? Und ist es auch bis in die Strukturen der Kinder- und Jugend(hilfe)politik in Deutschland vorgedrungen? Wer weiß schon etwas von der Offenen Methode der Koordinierung oder von europäischer Querschnittspolitik? Und überhaupt, machen wir in Deutschland nicht schon lange das, was jetzt jugendpolitisch aus Europa eingefordert wird?
Ist es die ernüchternde Zwischenbilanz der Strategie, die EU bis 2010 zum stärksten Wirtschaftsraum der Welt zu machen oder sind es die steten jugendpolitischen Anstrengungen, die auf einmal die Jugend in das politische Blickfeld rücken lässt? Der Europäische Pakt für die Jugend – von nationalen Regierungschefs ins Leben gerufen– soll jungen Menschen mehr Chancen auf gesellschaftliche Integration und Zukunft bringen. Liegt hier die Chance, auf die auch die Jugendpolitik in Deutschland schon lange gewartet hat?

Die Tagung bietet Akteuren der kommunalen, regionalen und nationalen Kinder- und Jugend(hilfe)politik Informationen, Raum für Erfahrungsaustausch und vor allem ein Forum für die Diskussion um nationale Perspektiven der Umsetzung der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa.
Informationen und Anmeldung unter:
http://www.jugendpolitikineuropa.de/extra/kalender/
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5.2 Slovenian Congress of Social Pedagogy: 20-22 October 2005, Rogla, Slovenia
On the basis of already submitted contributions the following congress sections/symposia are
foreseen:
– Social education and social capital
– School counselling work
– Vulnerable social groups and unemployment
– Drug use and harm reduction
– Community mental health
– Challenges of inclusive society in times of global migrations
– Street work
– Placing children and youth in residential institutions
– Penal and post-penal work
– Work with families
– Juvenile delinquency - alternative sanctions and measures
– Community work – challenges in the society of uncertainty
– Children and youth residential care in future
– Public health issues
– Management of non-profit organisations in the field of social pedagogy
Information available in English under
http://www.sircc.strath.ac.uk/conferences/otherevents/Congress%20announcement%20SLO_Rogla.pdf
 
6. Interessante Veröffentlichungen

6.1 Mit der Toleranz gegenüber anderen Kulturen ist es nicht weit her

Die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) veröffentlichte einen neuen Bericht über Einstellungen gegenüber MigrantInnen und Minderheiten innerhalb der EU: Europa wird zwar immer vielfältiger, aber mit der Toleranz gegenüber anderen Kulturen ist es nicht weit her. Zu diesem Befund kommt die Beobachtungsstelle zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Europa (EUMC). In ihrem Auftrag befragte ein niederländisches Forscherteam 1.000 Europäer je EU-Mitgliedstaat und Kandidatenland über einen Zeitraum von 1997 bis 2003 hinweg zu ihren Einstellungen gegenüber Minderheiten und MigrantInnen.
Der vollständige Bericht ist online verfügbar aber nur in Englisch unter – die Zusammenfassung ist auch in deutsch abrufbar unter:
http://eumc.eu.int
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6.2 Salto-Youth Booklet: Going International - Opportunities for all

Mit dem Handbuch: "Going International" veröffentlicht Salto-Youth, ein von der Europäischen Kommission und dem Europarat in Straßburg finanziertem Trainingscenter für die internationale Jugendarbeit, Anszätze and Arbeitsmethoden für internationale Projekte und Austauschmaßnahmen für benachteiligte Jugendliche. Damit sollen besonders auch Projekt jene MmitarbeiterInnen Hilfe und Anleitung für die Planung, Durchführung und Auswertung internationler Jugendarbeitsmaßnahmen erhalten, die … (oder das „jene“ im Satz müsste raus)..
Als pdf-download in Englischer Sprache erhältlichhc unter:
http://www.salto-youth.net/GoingInternational/
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6.3 Managing Integration: The European Union´.s responsibilities towards immigrants

Rita Süssmuth / Werner Weidenfeld (eds.)
Die Veröffentlichung geht auf die mit Migration und Integration von MigrantInnen verbundenen Herausforderungen ein und beleuchtete dabei verschiedene Ansätze und Wirklichkeiten: die Ddeutsche Perspektive, die Anglo-Amerikanische Perspektive, die Zentraleuropäische, Mediterrane, Skandinavische und Französische Perspektive.
Es wird ein Rahmen für einen gemeinsamen Politikansatz innerhalb der EU vorgestellt sowie Leitlinien, Prinzipien und Ziele einer gemeinsamen Integrationspolitik. Auch die Offene Methode der Koordinierung als ein Politikansatz im Feld der Migrations- und Integrationpolitik in Europa kommt zur Sprache, der Begriff "Civic citizenship“ sowie eine Auswahl an good-practice Beispielen im Bereich der Integrationspolitik in verschiedenen Europäischen Ländern.
‘Managing Integration’ ist bei Bertelsmann in englischer Sprache erschienen und kann unter Benutzung des folgenden Formulars als CD-ROM (Preis EUR 15.00
ISBN 3-89204-770-7) bestellt werden:
http://en.bertelsmann-stiftung.de/media/English_Publications_2005_Flyer.pdf
 
7. EU:ABC
Europäischer Rat – European Council  http://ue.eu.int/
Im Europäischen Rat treten die Staats- oder Regierungschefs der Mitgliedstaaten der Europäischen Union regelmäßig zusammen. Diese Tagungen nennt man auch "EU-Gipfel". Im Europäischen Rat werden wichtige politischen Fragen für die Arbeit der Europäischen Union erörtert. Er legt die Leitlinien für die Politik und für die Arbeit der EU fest, zum Beispiel für die gemeinsame Außenpolitik der EU. Die Tagungen finden mindestens zweimal jährlich statt. Der Präsident der Europäischen Kommission nimmt als vollberechtigtes Mitglied teil. Den Vorsitz des Europäischen Rats hat der Mitgliedstaat inne, der nach der vorgegebenen Reihenfolge für sechs Monate die Präsidentschaft der Europäischen Union ausübt (derzeit Luxemburg und ab 1. Juli 2005 Großbritannien – Deutschland hat den Ratsvorsitz wieder im 1. Halbjahr 2007 inne)
Die noch zu ratifizierende europäische Verfassung sieht vor, dem Europäischen Rat den Status einer europäischen Institution zu verleihen. Zudem soll das System der Präsidentschaft geändert werden. Dies soll durch die Schaffung eines ständigen Amts eines Präsidenten des Europäischen Rats erfolgen, der von diesem für eine Amtszeit von zweieinhalb Jahren gewählt wird.
Im Zusammenhang mit dem Europäischen Rat ist auch der Rat der Europäischen Union (EU-Ministerrat) zu nennen. Die Minister der Mitgliedstaaten tagen im Rahmen des Rates der Europäischen Union. Je nach den Themenbereichen, die auf der Tagesordnung stehen, ist jedes Land mit seinen zuständigen Fachministern vertreten (Auswärtige Angelegenheiten, Finanzen, Soziales, Verkehr, Landwirtschaft usw.). Der Rat der Europäischen Union hat gesetzgebende Gewalt und entscheidet im Allgemeinen gemeinsam mit dem Europäischen Parlament.
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Europarat – Council of Europe http://www.coe.int/DefaultDE.asp
Der Europarat ist die älteste (1949) zwischenstaatliche politische Organisation des Kontinents mit Sitz in Straßburg und umfasst derzeit 46 Länder, davon 21 mittel- und osteuropäische Staaten. Fünf Staaten haben den Beobachterstatus erhalten (Heiliger Stuhl, Vereinigte Staaten, Kanada, Japan und Mexiko). Er unterscheidet sich also von der Europäischen Union der „25“. Innerhalb der EU kam es zur einer Kompetenzverlargerung von nationaler Ebene auf EU-Ebene. Dies ist im Europarat nicht der Fall.
Der Europarat wurde gegründet, um  die Menschenrechte und die parlamentarische Demokratie zu schützen und die Rechtsstaatlichkeit sicherzustellen, europaweit Abkommen zur Harmonisierung der sozialen und rechtlichen Praktiken der Mitgliedsstaaten zu schließen und das Bewusstsein für die europäische Identität zu wecken, die sich auf die gemeinsamen und über die Kulturunterschiede hinausgehenden Werte gründet.
Seit 1989 besteht seine wesentliche Aufgabe darin, politischer Anker und Hüter der Menschenrechte für die postkommunistischen Demokratien Europas zu sein, den Ländern Mittel- und Osteuropas zu helfen, gemeinsam mit den Wirtschaftsreformen auch die politischen, rechtlichen und konstitutionellen Reformen durchzuführen und zu konsolidieren sowie Sachkenntnisse in Bereichen wie Menschenrechte, kommunale Demokratie, Erziehung, Kultur und Umwelt zur Verfügung zu stellen.
Der Europarat hat seit seiner Gründung 198 Konventionen oder europäische Verträge mit Gesetzeskraft, von denen viele auch den Nicht-Mitgliedsstaaten offen stehen, verabschiedet, zu Fragen, die von Menschenrechten bis hin zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens, von der Verhütung von Folter bis hin zum Datenschutz oder zur kulturellen Zusammenarbeit reichen.



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