Der Ballungsraum Köln stellt den Jugendmigrationsdienst (JMD) vor spezielle Anforderungen. Zum einen ist das Interesse an den Angeboten des JMD sehr groß. Zum anderen bildet die Stadt keinen homogenen Raum, sondern unterteilt sich in einzelne Bezirke beziehungsweise Sozialräume. Deshalb gibt es in Köln auch nicht nur ein Büro, sondern neben der Zentrale in Ehrenfeld noch vier Anlaufstellen für junge Migrantinnen und Migranten. So kann Hilfe dort geleistet werden, wo sie gebraucht wird – direkt vor Ort.
Eine der dreizehn begeisterten Teilnehmerinnen ist Ruth aus Peru. Seit zwei Jahren nimmt die 26-Jährige das Angebot des JMD wahr, erst in der Beratung und später in der Frauengruppe. "Die Beratung hat mir die Tür geöffnet. Aber erst seit ich zur Frauengruppe gehe, fühle ich mich in die Gesellschaft integriert." Was Ruth an der Frauengruppe bisher besonders mochte, waren neben dem Ausflug nach Berlin auch die kleineren Aktionen. Beim Kochen, Gipsmasken formen und Basteln für den Karneval fühlt sie sich angekommen und verstanden. Ihr Deutschkurs, bei dem sie sich auf ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin vorbereitet, ist ihr zwar auch wichtig, aber in der Gruppe lebt sie auf: "Wir haben alle etwas gemeinsam, wir teilen etwas. Und wir erleben viel Neues."
Ruths positive Erfahrung ist nur eine von vielen. Um zu zeigen, dass es viele verschiedene Geschichten und Wege gibt, hat der JMD Köln die Wanderausstellung "Laufbahnen" ins Leben gerufen. 25 junge Menschen stehen bei dieser Aktion mit ihrem Gesicht und ihrer Geschichte für die Kampagne ein, mit der vor allem zwei Dinge gezeigt werden: Zum einen, dass alle, die Hilfe in Anspruch nehmen, ihren Weg gehen können. Zum anderen, dass Integration an Individualität geknüpft ist. "Mit der Ausstellung wollen wir Integration positiv darstellen und zeigen: Das sind alles junge Menschen, die Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernehmen und motiviert sind", erklärt Markus Kaufmann, Leiter des JMD Köln. Die Motivation, die von der Ausstellung ausgeht, ist enorm. Sie ermutigt andere junge Migrantinnen und Migranten. Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst sehen, dass sie stolz sein können auf ihr Plakat und ihren Weg. So sieht es auch Ruth, als sie durch die Gänge des JMD Köln geht und die Plakate zeigt.
Der JMD Köln ist eine Einrichtung der Katholischen Jugendwerke Köln e.V. (darüber hinaus gibt es in Köln weitere JMDs in Trägerschaft von: AWO, Caritas, Internationaler Bund). Er fördert die Integration junger Migrantinnen und Migranten zwischen 12 und 27 Jahren durch die Verbindung verschiedener Elemente: Individuelle Begleitung, Gruppenangebote und Vernetzung im Sozialraum und in der Stadt. Beim JMD Köln der Katholischen Jugendwerke kümmern sich fünf hauptamtliche und etwa zehn ehrenamtliche "Paten" und Honorarkräfte um die Belange von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Flüchtlingen, Ausländerinnen und Ausländer mit Bleiberecht und anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Mehr Informationen unter www.jmd-koeln.de.