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Handlungsempfehlungen zum freiwilligen Engagement in den Jugendmigrationsdiensten

Handlungsempfehlungen zum freiwilligen Engagement in den Jugendmigrationsdiensten

Vorbemerkung

Freiwilliges Engagement wird im Folgenden als Oberbegriff unterschiedlicher Formen bürgerschaftlichen,
freiwilligen und ehrenamtlichen Engagements verwendet. Darunter können weitestgehend ungeregelte Engagementformen und freiwillig geleistete Dienste genauso wie geregelte Freiwilligendienste fallen. Diese unterschiedlichen Engagementformen können im JMD je nach Interesse der Freiwilligen und Ressourcen in den JMD umgesetzt werden. Die folgenden Empfehlungen sollen Einrichtungen bei der Ausgestaltung des freiwilligen Engagements im JMD unterstützen und ergänzen bestehende Konzepte und Arbeitsansätze.

I. Ziele

Ziele des freiwilligen Engagements im Jugendmigrationsdienst sind

· die soziale Integration und die Partizipation der jungen MigrantInnen zu fördern,

· den jungen MigrantInnen die Möglichkeit zu geben, durch ihr freiwilliges Engagement eigene Fähigkeiten zu entdecken, einzusetzen und weiterzuentwickeln,

· den Freiwilligen die Gelegenheit zu bieten, selbst als Helfende aktiv zu werden,
 
· zu einer positiven Wahrnehmung der Ressourcen der jungen MigrantInnen durch die Mehrheitsgesellschaft beizutragen.


Durch das freiwillige Engagement im Jugendmigrationsdienst wird die Integration der Freiwilligen nachhaltig unterstützt, da diese z.B.

· soziale Kontakte knüpfen

· Selbstvertrauen gewinnen

· ihre Motivation auch für zukünftiges Engagement stärken

· ihre Kompetenzen entdecken und erweitern.

Durch das freiwillige Engagement erweitert auch der JMD sein Profil: Durch Gruppenangebote der Freiwilligen (wie z.B. Sportgruppen, Theatergruppen u.a.) wird die Partizipation der Jugendlichen im JMD gefördert. Durch Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern im Rahmen des freiwilligen Engagements (z.B. Schulen, Jugendzentren, Vereinstrukturen, Kommunen, Migrantenorganisationen) wird die Netzwerk- und Sozialraumarbeit des JMD unterstützt und die interkulturelle Öffnung der Partner gefördert. Des Weiteren macht der JMD über die Öffentlichkeitsarbeit das gesellschaftliche Engagement der jungen Menschen sichtbar und unterstützt somit den gesellschaftlichen Integrationsprozess.


II. Zielgruppe

Zielgruppe des freiwilligen Engagements sind als aktive Freiwillige junge Menschen mit Migrationshintergrund,
die bereits erste Schritte in ihrem Integrationsprozess erfolgreich gegangen sind. Auch junge Menschen ohne Migrationshintergrund können sich im JMD freiwillig engagieren.
Zielgruppe als NutzerInnen der unterstützenden Angebote des freiwilligen Engagements sind junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die Orientierung und Unterstützung in ihrer Alltagsbewältigung und Freizeitgestaltung wünschen.


III. Ansätze und Methoden

Die Freiwilligen sollten so weit wie möglich aktiv an der Ausgestaltung des freiwilligen Engagements beteiligt sein, so dass sie ihr Engagement selbst planen und entwickeln können. Ihre Leistung wird durch eine entsprechende Anerkennungskultur gewürdigt. Umfang und Zeitraum des Engagements werden verbindlich mit den Freiwilligen vereinbart. Das freiwillige Engagement wird mittels eines Zertifikats bescheinigt. Entstehende Auslagen im Rahmen des freiwilligen Engagements werden der/dem Freiwilligen erstattet, und der JMD garantiert einen ausreichenden Versicherungsschutz (Haftpflicht-/Unfallversicherung).

Das Angebot des freiwilligen Engagements im JMD sollte in die bestehenden Freiwilligenstrukturen des Trägers und vor Ort eingebunden werden; soweit möglich und angemessen sollten den Freiwilligen bei Interesse weitere Engagementmöglichkeiten im Gemeinwesen eröffnet werden (z.B. FSJ, FÖJ, internationale Freiwilligendienste u.a.) bzw. Kooperationen mit den Trägern dieses Engagements angestrebt werden.

Das Management und die Begleitung des freiwilligen Engagements im JMD werden durch eine hauptamtliche
Fachkraft geleistet. Sie verantwortet die fachliche und individuelle Begleitung und koordiniert
Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarfe der Freiwilligen.

Das freiwillige Engagement ist in das Qualitätsmanagement des JMD integriert und wird kontinuierlich
evaluiert.

Möglichkeiten freiwilligen Engagements

Freiwillige können sich beispielsweise in den folgenden Bereichen engagieren:
Durchführung von Gruppenangeboten:

· Sport- und Bewegungsangebote
· Musikgruppen, Tanz- oder Theaterangebote, bildende Kunst
· Mutter-Kind-Gruppen, Jugendgruppen
· PC- und Videokurse, Handyberatung, Film- und Fotoarbeiten
· Bewerbungstraining
· Stadtführungen für Neuzuwanderer/Innen, Ausflüge
· Nachhilfe, schul- und ausbildungsbezogene Gruppenangebote
· Öffentlichkeitsarbeit (Organisation von Ausstellungen, Vorbereitung und Durchführung von Festen,
Veranstaltungen und Begegnungen, Newsletter)



Träger-Organisationen:
   Zur Homepage der BAGEJSA
   Zur Homepage Internationaler Bund
   Zur Homepage KJS
   Zur Homepage Arbeiterwohlfahrt
   Zur Homepage Paritätischer Wohlfahrtsverband
   Zur Homepage Rotes Kreuz

Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Webdesign:
   René Styber HeARTmedia, Bayreuth