Modellprogramm FWD
Freiwilligendienste von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den JMD
Ziel des Modellprogramms „Freiwilligendienste von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Jugendmigrationsdiensten“ ist es, jungen Menschen mit Migrationshintergrund, die erste positive Integrationserfahrungen gemacht haben, die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen und Fähigkeiten im Rahmen eines Freiwilligendienstes neu eingewanderten jungen MigrantInnen zur Verfügung zu stellen.
Freiwilligendienste als geregelte Form bürgerschaftlichen Engagements haben einen wichtigen Stellenwert für eine aktive Zivilgesellschaft, an der sich alle gesellschaftlichen Gruppen beteiligen (können). Insbesondere geraten hier in der aktuellen politischen und öffentlichen Diskussion auch Personengruppen in den Blick, die zwar möglicherweise bisher bereits in unterschiedlichen Bereichen bürgerschaftlichen Engagements aktiv geworden sind, aber dennoch in geregelten Freiwilligendiensten unterrepräsentiert sind. Zu diesen Gruppen gehören u.a. auch junge Menschen mit Migrationshintergrund. Gründe hierfür sind weniger in der Engagementbereitschaft der entsprechenden Gruppen als in der Zugänglichkeit und Anschlussfähigkeit der vorhandenen Freiwilligendienstmodelle an deren Lebens- und Alltagswelt zu suchen.
Junge MigrantInnen verfügen über Ressourcen und Fähigkeiten, die häufig wenig gefördert und genutzt werden. Im Rahmen des Projektes „Freiwilligendienste von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Jugendmigrationsdiensten“ werden die Potentiale der Jugendlichen hingegen unterstützt und anerkannt.
Das Modellprogramm ist im September 2005 angelaufen. Bundesweit nehmen zehn Jugendmigrationsdienste von vier Trägergruppen der Jugendsozialarbeit an dem Modellprogramm teil. Das Programm wird vom BMFSFJ als Bestandteil des Programms "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" mit Bezug auf die Empfehlungen der Kommission "Impulse für die Zivilgesellschaft" finanziert. Es hat "Werkstattcharakter", d.h. mögliche Formen des Freiwilligeneinsatzes der jungen MigrantInnen und deren genaue Ausgestaltung sollen erprobt und in einer dreijährigen Modellphase soweit entwickelt werden, dass anschließend eine Übertragung auf alle Jugendmigrationsdienste (JMD) vorgenommen werden kann.
Im Rahmen ihres Freiwilligendienstes leisten die Jugendlichen in der Regel eine wöchentliche Stundenzahl von mindestens drei Stunden freiwilliger Tätigkeit über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ab. Während ihrer Tätigkeit werden die Freiwilligen im JMD professionell betreut. Sie werden für ihre Tätigkeit geschult und nehmen an begleitenden Seminaren und Treffen teil. Als Anerkennung erhalten die jungen Freiwilligen beispielsweise Gutscheine (Büchergutscheine, Kinogutscheine o.ä.) oder die Möglichkeit, an gemeinsamen Ausflügen teilzunehmen. Am Ende des Freiwilligendienstes bekommen sie ein Zertifikat.
Auf der einen Seite soll den freiwillig tätigen jungen Menschen durch den Freiwilligendienst die Möglichkeit geboten werden, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken, zu nutzen und wertzuschätzen sowie aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben. Zusätzlich stellt der Freiwilligendienst für sie einen wichtigen Raum für persönliches, soziales und gesellschaftsbezogenes Lernen dar, der sich klar vom Lernort „Schule“ oder „Ausbildung“ unterscheidet.
Auf der anderen Seite erhalten die NeuzuwanderInnen als Zielgruppe der Freiwilligentätigkeit eine wichtige Hilfe und Orientierung in der Aufnahmegesellschaft, indem sie von den Freiwilligen dabei unterstützt werden sich zurecht zu finden, ihren Alltag zu bewältigen und ihre Freizeit zu gestalten.
Die „Freiwilligendienste von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Jugendmigrationsdiensten“ sind von daher ein nachhaltiger Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Integration.
Die bundesweite Koordination und die fachliche Begleitung des Projektes liegt bei der Bundesarbeitsgemeinschaft evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA), Büro Bonn.
Ansprechpartnerin für das Bundesmodellprojekt ist Kira Funke, Tel: 0228/95968-24, Email: funke@bagejsa.de.
Links zu den Projektstandorten: